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KURZPROFIL DER BEHANDLUNGSKONZEPTE Depressionen

Die Behandlung der Depression ist ein störungsbezogener Therapieansatz, der sowohl verhaltenstherapeutisch als auch im Rahmen der psychodynamischen Psychotherapie angeboten wird.
Eine Depression entwickelt sich vor dem Hintergrund konflikthafter Beziehungsmuster und einer angenommenen genetischen Vulnerabilität. Patienten, die an einer Depression leiden, zeigen häufig dysfunktionale Bewältigungsmuster eines unbewusst ablaufenden intrapsychischen Konflikts.
Depressionsspezifische therapeutische Behandlungsansätze bearbeiten in unserer Klinik die aktuelle Verletzlichkeit des Patienten und seine Tendenz, sich selbst zu überfordern. Wir behandeln alle depressiven Symptome zielorientiert mit einer Kombination aus Psychotherapie, Bewegungstherapie, physikalischer Therapie und medikamentöser Therapie.
Depressive Symptome
Der Mensch fühlt sich sinnlos, hoffnungslos, zukunftslos, wertlos, verfehlt oder verloren. Er fühlt sich ungenügend bezüglich seines Interesses, seiner Initiative, seiner Entscheidungsfähigkeit, seines Antriebs oder seiner Konzentration. Er ist emotional eingeschränkt, er reagiert freudlos, resigniert, bedrückt, ängstlich, schuldig oder gefühllos. Das Denken ist gekennzeichnet durch Selbstkritik, Selbstentwertung, Selbstzweifel und Selbstvorwurf. Der Körper wirkt spannungslos, lustlos, schlaflos, kraftlos, erschöpft, unlebendig, ohne Bedürfnisse nach Essen und Trinken.
Die Psychodynamik der Depression
Der depressive Grundkonflikt und seine Verarbeitung als Disposition einer späteren depressiven Erkrankung lassen sich durch folgende psychodynamische Konstellationen charakterisieren: Jeder Mensch hat eine Sehnsucht nach jemand anderem oder etwas anderem. Diese Sehnsucht wird häufig nicht erfüllt und der Mensch muss lernen, die Enttäuschung auszuhalten, nicht zu bekommen, was er ersehnt. Dadurch entsteht ein Konflikt, der sich bei den Menschen in unterschiedlicher Form äußern kann. Der Mensch verlangt entweder klagend oder fordernd die Erfüllung seiner Wünsche oder er erlebt die Unmöglichkeit der Befriedigung seiner Wünsche und resigniert.
Er löst sein Problem, indem er so tut, als habe er die Wünsche nicht. Eine zweite Möglichkeit der Konfliktbewältigung besteht darin, die ersehnten Wünsche zu entwerten oder so zu idealisieren, dass sie für ihn nie erreichbar sind.
Man kann bei den Patienten eine Reihe von unterschiedlichen Verarbeitungsmustern beobachten. Die Patienten versuchen, den depressiven Grundkonflikt in den unbewussten Raum abzudrängen. Die Menschen verhalten sich dann entweder abhängig, altruistisch, sich aufopfernd, gefühlsvermeidend oder so autonom, dass man den Eindruck hat, sie würden nie im Leben irgend einen anderen Menschen brauchen. Entscheidend für die Entwicklung der später erkrankenden Person sind die unterschiedlichen Verarbeitungsmuster.
Die Behandlungsansätze
Die Behandlungselemente des therapeutischen Konzepts sind so ausgerichtet, dass sie die Symptome günstig beeinflussen. Daher wird den Patienten der Reihe nach Basisfertigkeit zur Selbsthilfe vermittelt. Sie werden eingebunden in ein Entspannungstraining. Wir helfen beim Aufbau positiver Aktivitäten. Wir unterstützen die Veränderung kognitiver Aspekte und wirken den depressiven Denkmustern entgegen.
Wir unterstützen die Qualität und Quantität sozialer Interaktionen im Rahmen eines sozialen Kompetenztraining, Rollenspielen und psychotherapeutischer Einzelgespräche. Wir besprechen zur Beibehaltung des Therapieerfolgs präventive Maßnahmen.
Unterstützt werden psychotherapeutische Maßnahmen durch antidepressiv wirksame Medikamente. Die antidepressiv wirksamen Medikamente, die uns heute zur Verfügung stehen, sind stark wirksam, haben weniger Nebenwirkungen als früher, müssen aber sorgfältig eingenommen werden und die Kombination mit anderen Medikamenten muss gut überlegt sein. Die neuen, stark wirksamen Antidepressiva haben unter Umständen hohe Wechselwirkung mit anderen Medikamenten, Nahrungsmitteln und Nikotin, so dass alle Fragen der Lebensführung mit dem Therapeuten besprochen werden müssen.
Die Wirksamkeit der verwandten Psychotherapiemethoden bei Depressionen ist hoch. Patienten, die an einer depressiven Erkrankung leiden, haben eine sehr gute Chance, durch eine Behandlung eine deutliche Besserung zu erreichen. Viele Patienten brauchen Geduld und Disziplin bei der Anwendung therapeutischer Maßnahmen. Eine lang anhaltende Wirkung ist vor allen Dingen dann zu erwarten wenn die Medikamenteneinnahme regelmäßig stattfindet und die aktivierenden Programme, Entspannungsverfahren, und die notwendigen Änderungen der Interaktions- und Kommunikationsmuster eingehalten werden.
Der Umgang mit psychosozialen Stressfaktoren wie Arbeitsplatzprobleme, Familien- und finanzielle Probleme, werden im Rahmen einer Psychotherapie in ihrem Schweregrad eingeschätzt. Lösungswege werden visualisiert und Handlungsoptionen durchgespielt. |
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