KLINIK ALPENBLICK
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UNSER THERAPIEKONZEPT SETZT AUF NACHHALTIGKEIT
Der Ton macht die Musik

Für die meisten Menschen ist das Hören von Musik, für manche auch das Singen oder das Spielen eines Instrumentes, ein unterschiedlich bedeutsamer Bestandteil in ihrem Leben. Die Musik begleitet unseren Alltag, manchmal auch ohne dass wir dies wollen. Sie bringt uns in Bewegung oder zur Ruhe, schafft Atmosphären und verleiht unserer momentanen Stimmung einen "passenden" Ausdruck. Sie hilft uns, Trauer und Schmerz besser zu ertragen oder gar zu überwinden, sie tröstet und stärkt uns, lässt uns genießen und träumen. Viele Menschen setzen Musik in diesem Sinne gezielt in ihrem Alltag ein und praktizieren somit ihre ganz persönliche Musiktherapie.

Die Musiktherapie in der Klinik Alpenblick wird als Grundbestandteil der psychotherapeutischen Versorgung der Patienten betrachtet. Wir gehen davon aus, dass sie für ungefähr ein Drittel bis die Hälfte der Patienten unabhängig von ihrer Diagnose ein sinnvolles Behandlungsangebot im Rahmen eines Gesamtbehandlungsplanes mit der Zielsetzung der Wiederherstellung bzw. der Stabilisierung der geminderten oder gefährdeten Leistungsfähigkeit darstellt. Wie später noch ausgeführt wird, hat die Musiktherapie ihre Spezifität und Stärke dort, wo Affekte und Interaktion im Fokus der beruflichen und alltäglichen Problematik stehen und somit auch in der Behandlung eine wichtige Rolle spielen. Hieraus ergibt sich die jeweilige Indikationsstellung zur Aktiven und Rezeptiven Musiktherapie in Gruppe oder Einzel.


Musiktherapeutische Verfahren:

Wir unterscheiden die Aktive, die Rezeptive und die Ressourcenorientierte Musiktherapie, welche in Gruppen, aber auch einzeln und ggf. für Paare angeboten wird. "Aktiv" bedeutet, dass der Patient aufgefordert ist, selbst Töne und Klänge, meist in freier Improvisation, zu erzeugen, "Rezeptiv" meint das Hören und innere Aufnehmen von Musik vom Tonträger oder von Instrumenten mit monochromen Klangeigenschaften. "Ressourcenorientiert" heißt, gezielt die eigenen Fähigkeiten und Potentiale zu stärken. Dabei können Methoden aus der Aktiven, Rezeptiven und Erlebniszentrierten Musiktherapie zum Einsatz kommen. Ergänzend hierzu bieten wir offene Sing- und Trommelgruppen an, in denen klar strukturiert und erlebniszentriert gearbeitet wird. D.h. das gemeinsame Musizieren bzw. Singen und ein positives Selbsterleben in der Gruppe stehen dabei im Vordergrund. Musikalische Vorkenntnisse werden weder erwartet noch sind sie notwendig.

Aktive Musiktherapie:
In der aktiven Musiktherapie improvisieren wir gemeinsam auf einfach zu bedienenden Instrumenten. Dies ermöglicht im spielerischen Umgang mit Klängen und Tönen einen persönlichen musikalischen Ausdruck, wodurch Empfindungen und Stimmungen anklingen, (noch) nicht Aussprechbares angespielt werden kann und wir mit uns selbst und den anderen Teilnehmern in Kontakt und Auseinandersetzung kommen. Die dabei entstehende Mudik verstehen wir als ein gemeinsames Werk, welches durch den Einzelnen und durch die Gruppe als Ganzes gestaltet wird. Oft werden dabei typische Belastungen, Konflikte und hinderliche Gewohnheiten, wie wir sie aus unserem beruflichen (z.B. Teamarbeit, Umgang mit Kollegen, Kontakt mit Vorgesetztem,...) und privaten Alltag (z.B. Partnerschaft, Familie, Freundeskreis,...) kennen, direkt in der Musik erfahrbar und somit auch verstehbar und bearbeitbar. Neue Lösungen können im Probehandeln in der Musik gefunden werden und auf ihre Tauglichkeit überprüft werden. Auch können wir in der Musik wieder Zugang zu verschütteten Fähigkeiten finden und diese pflegen, um sie für eine bessere Bewältigung des Alltags einzusetzen.

Über das Handeln, die Bewegung, durch welche Musik erst entstehen kann, wird der Körper mit einbezogen. Musik wird zu recht auch als "Sprache des Gefühls" bezeichnet, so dass wir im Erleben der Musik einen direkten Zugang zu unseren Emotionen finden können. Und schließlich ist unser Verstand über das Wahrnehmen, Strukturieren, Phantasieren, Reflektieren, Verstehen und Verändern beteiligt, so dass uns die Musiktherapie ganzheitlich als Menschen anspricht.

Rezeptive Musiktherapie:
In der rezeptiven Musiktherapie hören wir gemeinsam Musik vom Tonträger oder vom Therapeuten, auf Instrumenten mit spezifischen Klangeigenschaften, gespielte Musik. In dieser Zeit können wir in uns horchen, die Aufmerksamkeit nach innen richten, zu unserem Körperbefinden, den Gefühlen und Stimmungen, den Gedanken, Vorstellungen und Phantasien. Ein verbesserter Zugang zu unseren Ängsten, Wünschen, uns belastenden Themen und Empfindungen wird möglich. Nach der Musik kommen wir über diese innere Resonanz in einen gemeinsamen sprachlichen Austausch, wodurch das Erlebte einer Bearbeitung zugänglich wird.

Ressourcenorientierte Musiktherapie:
In der ressourcenorientierten Musiktherapie steht die Aktivierung und Stärkung unserer Fähigkeiten und Kompetenzen im Mittelpunkt, um an Stabilität zur Bewältigung des Alltages zu gewinnen. Dabei achten wir ("im Hier und Jetzt") auf unsere jeweiligen Stimmungen und Bedürfnisse und versuchen, herauszufinden, was für uns gut und wohltuend ist und versuchen das zu begrenzen, zu unterbrechen oder zu lassen, was wir als belastend und schädlich empfinden. Es wird mit Elementen aus der Aktiven, Rezeptiven und Erlebniszentrierten Musiktherapie gearbeitet.

Erlebniszentrierte Musiktherapie:
In den erlebniszentrierten offenen Angeboten der Musiktherapie wird die musikalische Aktivität klar strukturiert angeleitet (z.B. Trommeln oder Singen). Dabei steht das musikalisch aktiv Werden und ein positives Selbsterleben innerhalb einer Gruppe im Vordergrund. Das Erleben von Spaß und Freude, die Entdeckung und Wiederbelebung von Ressourcen und die Kommunikationsfähigkeit sollen gefördert werden. Das Erlebte wird in diesem Rahmen nicht bearbeitet.





[ 05.07.2010 ]
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