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MITTWOCHS BEI DEN WALDBURG-ZEIL KLINIKEN
Wenn die Kontrolle verloren geht – Parkinson – Restless legs-Syndrom - Tremor

Bad Wurzach – Renommierte Nervenärzte und Neurologen aus dem Landkreis Ravensburg stellten am 7. Juli vor mehr als fünfzig Zuhörern in der Rehabilitationsklinik Bad Wurzach die Behandlung von Parkinson, Restless legs-Syndrom und Tremor vor. Die Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Mittwochs bei den Waldburg-Zeil Kliniken – Treffpunkt Gesundheit“ hat es sich zum Ziel gesetzt, Patienten aufzuklären und neueres medizinisches Wissen einem breiten Kreis zugänglich zu machen.

Prof. Dr. Paul-Jürgen Hülser, Chefarzt der Rehabilitationsklinik Bad Wurzach, eröffnete die Folge von vier Vorträgen mit dem Hinweis, dass die meisten Vorgänge bei der Steuerung in unserem Gehirn ablaufen, ohne ins Bewusstsein zu gelangen. „Störungen dieser Funktionen führen jedoch zu Krankheiten mit einem Zu wenig oder Zu viel an automatischer Bewegung“, so Hülser. „Die notwendige Behandlung muss sehr differenziert erfolgen und erfordert sowohl vom Patienten als auch vom Arzt viel Sorgfalt und Geduld.“

Dr. Michael Steinle aus Leutkirch verschaffte den Zuhörern einen Überblick über die komplexe Ausprägung der Parkinson-Erkrankung. Der Krankheitsprozess dehnt sich auf das gesamte Gehirn aus – mit Folgen, die bis vor wenigen Jahren meist übersehen wurden, darunter Einschränkungen des Riechvermögens, der Magen-Darm-Tätigkeit oder, bei langen Verläufen, der geistigen Fähigkeiten. Die neuen Therapieansätze sind mit der Hoffnung verbunden, nicht nur symptomatisch zu wirken, sondern den zugrunde liegenden Krankheitsprozess im Gehirn zu verzögern.

Gründliche Diagnose ist die Basis

Dr. Dr. Willi Kohlhepp aus Bad Waldsee verdeutlichte den Zuhörern schnell, dass es Krankheiten gibt, die einer Parkinson-Erkrankung ähneln, aber doch eine andere Ursache haben. Häufig versagen dann die sonst gut wirksamen Parkinson-Medikamente; auch findet der Neurologe bei genauer Untersuchung zusätzliche Krankheitszeichen, die bei einer Parkinson-Erkrankung nicht zu beobachten sind. Neben der genauen Krankheitsgeschichte und dem klinischen Befund kann hier die bildgebende Diagnostik wie Computertomographie oder Kernspintomographie eine wertvolle Hilfe in der Differentialdiagnose gewähren sowie wesentlich für die richtige Therapie sein.

Das „Restless legs-Syndrom“ (RLS) zählt nach Dr. Stefan Steidele aus Wangen zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Patienten klagen über zum Teil schmerzhafte Missempfindungen und einen ausgeprägten Bewegungsdrang der Beine, vor allem in Ruhe. Dieses unbehagliche Gefühl tritt abends beim Schlafengehen, häufig aber auch schon bei längerem Sitzen auf und lässt die Betroffenen nicht zur Ruhe kommen. Ein- und Durchschlafstörungen sowie eine vermehrte Tagesmüdigkeit sind die Folge. Dr. Steidele erläuterte die Diagnose sowie verschiedene Therapiemöglichkeiten des „Syndroms der unruhigen Beine“.

Diagnose und Therapie durch Spezialisten

Prof. Dr. Paul-Jürgen Hülser aus Bad Wurzach hob in seinen Ausführungen zum Thema „Zittern“ zunächst die fließenden Übergänge zwischen einem normalem und einem krankhaften Tremor hervor. Die Ursache für einen Tremor kann in Erkrankungen wie einer Schilddrüsenüberfunktion, in der Unverträglichkeit von Medikamenten, aber auch im schädlichen Gebrauch von Nikotin oder Alkohol liegen. Die Beseitigung der Ursache ist hier die richtige Therapie. Die Notwendigkeit einer Behandlung ergibt sich aus dem Schweregrad, die Art der Behandlung aus der Form und der Ursache des Zitterns und erfolgt zumeist medikamentös, bei ganz schwerer Ausprägung auch durch die tiefe Hirnstimulation.

Die Referenten waren sich einig, dass die Diagnose und die Therapie der Parkinson-Erkrankung, des „Restless legs-Syndroms“ und der verschiedenen Tremorformen in die Hand erfahrener Spezialisten gehört. Es gibt inzwischen eine breite Palette an Behandlungsmöglichkeiten, die, bei richtiger Anwendung, die Auswirkungen dieser Krankheiten im Alltag stark zurückdrängen und für eine deutlich verbesserte Lebensqualität sorgen.





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