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INTERVIEW MIT JÜRGEN BENZ
„Es gibt noch Potenzial nach oben“

Neutrauchburg - Vier der Waldburg-Zeil Kliniken zählen zu den 100 besten Arbeitgebern des deutschen Mittelstands. Personalchef Jürgen Benz bekam gestern Abend das Gütesiegel „Top Job“ von Ex-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement in Duisburg überreicht. Im SZ-Interview verrät er, dass er trotz Auszeichnung noch nicht ganz zufrieden ist.


SZ: Eine renommierte Wirtschaftsinitiative bescheinigt Ihnen zufriedene Mitarbeiter. Macht Sie das stolz?


Jürgen Benz: Natürlich, die Freude ist riesig. Bei der Führungskräftetagung vor drei Jahren haben wir beschlossen, die Waldburg-Zeil Kliniken als einen hervorragenden Arbeitgeber zu positionieren. Dazu haben wir Instrumente und Kommunikationswege entwickelt. Dieses Vorhaben haben wir erfolgreich auf die Ziellinie gebracht. Mit dem „Top Job“ Gütesiegel können wir einen Teil der Ernte einbringen.


SZ: Warum nur „einen Teil“?


Benz: Wir sind unter den Top 100, aber nicht unter den Top 10. Das muss man selbstkritisch betrachten. Da gibt es noch Potenzial nach oben. Schön wäre es, wenn die Auszeichnung irgendwann für alle unsere Einrichtungen gelten würde.


SZ: Wie aufwändig war die Bewerbung für „Top Job“?


Benz: Alle beteiligten Mitarbeiter mussten einen umfangreichen Online-Fragebogen ausfüllen, der verschiedene Dimensionen und Kriterien prüfte und rund 20 Minuten pro Person beanspruchte. Im Betrieb verändert haben wir speziell für den Wettbewerb nichts. Es war mehr eine Messung dessen, was wir initiiert haben und sich in der täglichen Realität abspielt.


SZ: Sie wurden vor allem für den Bereich „Kultur und Kommunikation“ gelobt. Warum?


Benz: Es ist eine Bestätigung dafür, dass wir eine Kultur des Dialogs handhaben und konstruktiv im Gespräch sind – auch mit dem Betriebsrat. Die vielen Qualitätssteigerungs- und Zertifizierungsprozesse, die in unseren Häusern laufen, tragen zu unserer Kommunikationsstärke bei. Bei uns gibt es neu das „360˚-Feedback“ bei dem Mitarbeiter, Kollegen und Vorgesetzte leitende Führungskräfte bewerten. Auch Ideenmanagement und Instrumente der Personalentwicklung tragen zur Verbesserung der Kommunikation bei.


SZ: Mitarbeiterzufriedenheit kostet Geld. Wie lässt sich so eine Strategie mit den Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen vereinbaren?


Benz: Wir sind überzeugt, dass wir sehr gute Mitarbeiter haben. Es geht darum, sie so arbeiten zu lassen, dass sie ihre Stärken entfalten können. Eine Voraussetzung für sehr gute medizinische, therapeutische und pflegerische Qualität für unsere Patienten und Kunden ist ein wertschätzender Umgang miteinander.


SZ: Das heißt, bei den Waldburg-Zeil Kliniken wird nicht gemeckert?

Benz: Das kann ich nicht sagen, ich kann nicht für die Mitarbeiter sprechen. In der Masse sind die Beschwerden jedenfalls nicht vorhanden – sie sind eher die Ausnahme.


Artikel aus: "Schwäbische Zeitung", AUsgabe Isny, Autorin Stephanie Böck, vom 31.1.2009.





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