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FACHKLINIKEN WANGEN
„Hier wird eine weitere Perle aufpoliert“

Wangen - „Der Winter ist zu Ende, wir fangen an.“ Mit diesen Worten läutete Krankenhausdirektor Hans-Jürgen Wolf den gestrigen „ersten Baggerbiss“ zur Sanierung des Martinsbaus der Fachkliniken Wangen ein. Der erste Bauabschnitt, die Aufstockung des Martinsbaus, kostet 4,8 Millionen Euro. „Heute ist ein guter Tag für Wangen und für die ganze Region“, sagte auch Landtagsabgeordneter Paul Locherer.

Möglich wurden Umbau und Renovierung durch Fördergelder aus dem Konjunkturprogramm der Bundesregierung. Die Aufstockung des Martinsbaus dient nach der Fertigstellung Ende des Jahres als Ausweichquartier für die Zimmer, die dann in mehreren Stockwerken Schritt für Schritt saniert und zu modernen Ein- und Zweibettzimmern umgebaut werden. Künftig werde jedes Zimmer auch eine eigene Nasszelle haben. Mit dieser Vorgehensweise kann der Umbau bei laufendem Betrieb gemacht werden.

„Mit den umfangreichen Arbeiten werden wir bestehende bauliche Defizite beseitigen. Wir möchten den Patienten eine Atmosphäre schaffen, in der sie sich wohl fühlen und umfassender behandelt werden können“, betonte Krankenhausdirektor Hans-Jürgen Wolf. Die konstante Versorgung von Patienten auch während der sechs Monate Bauzeit sei die wichtigste Aufgabe der Fachkliniken. „Uns ist dabei durchaus bewusst, dass dabei auch Belastungen wie Lärm und Behinderungen auf unser Personal zukommen werden.“
Wolf freute sich aber auch noch aus anderer Sicht über die Baumaßnahme: „Als Krankenhausdirektor freue ich mich ganz besonders über die Würdigung unserer jahrzehntelangen Arbeit durch Land und Bund, die letztlich in der Bereitstellung von Geldern aus dem Konjunkturprogramm der Bundesregierung ihren Ausdruck fand.“

Ein Krankenhaus brauche nicht nur gutes Personal aus Ärzten und Pflegekräften, sondern müsse auch baulich auf dem neuesten Stand sein und eine moderne medizintechnische Ausstattung haben. „Deshalb ist dies heute ein guter Tag für die Fachkliniken und die Stadt Wangen“, freute sich der frischgebackene Landwirtschaftsminister Rudolf Köberle über den Sanierungsbeginn der Martinsbaus. Die Fachkliniken Wangen seien ein Haus, das weit hinaus in das Umland bekannt sei. Die Sanierung des ältesten Gebäudes der Fachkliniken sei ein wichtiger Schritt, die Krankenhausversorgung im ländlichen Bereich zu verbessern. „Ich freue mich, dass ein großer Teil des Geldes aus dem Konjunkturprogramm in den ländlichen Raum fließt“, sagte Köberle. Mit der Sanierung werde eine weitere Perle der Waldburg Zeil-Kliniken „aufpoliert“.

Seit mehr als 80 Jahren werden im Martinsbau Patienten behandelt. „Er stammt aus einer Zeit, da die Luftschiffe zu den Attraktionen am Himmel gehörten, das Penicillin gerade erst entdeckt war und Lungenerkrankungen mit Liegekuren behandelt wurden“, blickte Ellio Schneider, Geschäftsführer der Waldburg Zeil-Kliniken, zurück. Es sei also höchste Zeit für eine Rundumerneuerung, ein Facelifting würde da nicht mehr genügen. Mit der Sanierung werden Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht und ein zeitgemäßes Energiekonzept umgesetzt. Schneider ging auch kurz auf die schwierige Situation im Gesundheitswesen ein. „Aber wir fürchten uns nicht und sind stets entschlossen, dem Gespenst des Investitionsstaus im Krankenhaussektor Beine zu machen. Dafür haben wir Verbündete. Nur gemeinsam sind solche Projekte wie die Sanierung dieses Gebäudeteils denk- und umsetzbar“, dankte Schneider der Unterstützung von Stadt, Land und Bund.


„Markenträger der Stadt“

„Ich freue mich auch für das heimische Bauhandwerk über die erste Baustelle des Jahres 2010“, sagte OB Michael Lang in seinem Grußwort. Die Fachkliniken Wangen seien nicht nur für ihre solide medizinische Arbeit bekannt, sie seien „ein starker Markenträger für die Stadt Wangen“.

„Die Patienten sind heute sehr wählerisch und suchen sich ihr Krankenhaus nach den Chefärzten und nach der baulichen und medizinischen Ausstattung aus. Das ist schon ähnlich wie bei der Wahl eines Hotels. Ich gratuliere Ihnen deshalb heute schon zu Ihrem Vier- bis Fünf-Sterne-Haus, Sie beweisen, dass man in heutigen Zeiten ein Krankenhaus erfolgreich führen kann“, so der Wangener OB zu den Verantwortlichen der Waldburg Zeil-Kliniken.


Artikel aus "Schwäbische Zeitung", Ausgabe Wangen/Allgäu-Oberschwaben, vom 2.3.2010, Autor: Redakteur Christian Klose.





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