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KLINIKEN NEUTRAUCHBURG Beschwerdefrei durch Verzicht

Isny-Neutrauchburg – Der 21. Juni wurde in Deutschland zum Lebensmittel-Allergietag erklärt. Annegret Sieling und Brigitte Fleck von den Kliniken Neutrauchburg betreuen als Diätassistentinnen häufig Patienten mit Lebensmittelallergien. Die Fachfrauen erklären im Interview unter anderem, dass Allergiker Fertiggerichte meiden sollten.
Frau Sieling, welche Nahrungsmittel verursachen besonders häufig Allergien?
Annegret Sieling: Oft sind es gerade die als gesund geltenden Lebensmittel wie Kuhmilch, Hühnereier, Nüsse, Fisch, Weizen und Sellerie, die eine Allergie auslösen. Beschwerden zeigen sich dann beispielsweise in Form von Asthma, Heuschnupfen, Juckreiz, Nesselsucht und Magen- und Darmbeschwerden. Nicht jede Lebensmittelallergie ist allerdings auch eine Allergie, obwohl sich die Symptome manchmal sehr ähneln. Eine allergische Reaktion liegt nur dann vor, wenn im Blut des Patienten so genannte Antikörper gegen das Lebensmittel nachweisbar sind.
Wie kann man eine Nahrungsmittelallergie sicher feststellen, Frau Fleck?
Brigitte Fleck: Hier können der Hautarzt und Allergologe oder eine allergologische Klinik weiterhelfen. Sie führen zunächst eine ordentliche Anamnese, also eine systematische Befragung des Betroffenen zu aktuellen Beschwerden, gesundheitlicher Vorgeschichte und den Lebensumständen durch. Ein anschließender Haut- und Bluttest gibt letztlich den entscheidenden Aufschluss darüber, ob eine Allergie auf Lebensmittel vorliegt oder nicht. Dies sollte aber immer durch einen Provokationstest bestätigt werden, das heißt, das der Allergie auslösende Stoff, das Allergen, direkt auf die Haut aufgetragen wird.
Heißt Verzicht auf Allergie auslösende Nahrungsmittel auch Verzicht auf Genuss?
Annegret Sieling: Unter Umständen schon, aber es geht ja um ein möglichst beschwerdefreies Leben. Deshalb: eventuell Verzicht auf ein bisschen Genuss, aber kein Verzicht auf Gesundheit. Zudem werden heute schon viele Alternativen im Handel angeboten, zum Beispiel laktosefreie Milch. Wichtig ist, sich ausgewogen zu ernähren und auf versteckte Allergene zu achten. Hier empfehlen wir, beim Einkauf die Inhaltsangaben und Deklarationen auf Lebensmittelverpackungen zu lesen, möglichst Fertiggerichte zu vermeiden und am besten selbst zu kochen.
Gibt es Möglichkeiten, der Allergie vorzubeugen?
Brigitte Fleck: Ja, vor allem Eltern können vorbeugend etwas für Ihre Kinder tun. Die Gefahr einer Lebensmittelallergie ist geringer, wenn Eltern im Beisein ihrer Kinder nicht rauchen. Zudem ist es wichtig, Babys mindestens sechs Monate zu stillen und auf Zusatznahrung zu verzichten. Die Auswahl der Lebensmittel für Säuglinge und Kleinkinder sollte nicht übertrieben werden, also keine Gläschen mit exotischen Früchten oder ähnlichem füttern. Auch übertriebene Hygiene ist nicht sinnvoll.
Annegret Sieling und Brigitte Fleck
INFO
Zu den Kliniken Neutrauchburg gehören die Argentalklinik, Fachklinik für Konservative Orthopädie und Rheumatologie sowie „Orthopädische Schmerzklinik“ und die Klinik Alpenblick, Fachklinik für Psychotherapeutische Medizin und Psychosomatik. Sie sind Rehabilitationseinrichtungen, Mitglieder der Gütegemeinschaft Ernährungskompetenz (GEK) e.V. und führen das RAL Gütezeichen „Kompetenz richtig Essen“ mit der Spezifikation „Speisenvielfalt & Diäten“.
Artikel aus: "Der Westallgäuer" vom 21.6.2010. |
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